1.2 Begriffe

Aber beginnen wir nun mit der angekündigten Klärung der Begrifflichkeiten. Um ein gemeinsames Verständnis zu entwickeln, bieten wir Ihnen immer wieder exemplarisch Definitionen an. Auch in der Literatur finden Sie eine große Vielzahl an unterschiedlich gewichteten Erläuterungen, die Sie gern in Ihr Selbststudium einbeziehen können. Nutzen Sie die Vielfalt der angegebenen Quellen, um sich einen geeigneten Überblick zu verschaffen! 


Quelle: pixabay.com

Zunächst einmal betrachten wir den Begriff „Personal“ eingehender, denn schließlich liegt das Augenmerk des Personalmanagements auf dem Personal! 

Definition: Personal 
„Unter Personal ist die Summe aller Menschen in einer Organisation zu fassen. Oder anders formuliert, die in einer Organisation eingesetzten und entlohnten Mitarbeiter, die eine Leistung zu erbringen haben.“

Es ist natürlich auch immer eine Haltungsfrage des Betrachters, hier insbesondere des Personalers, welches Menschenbild im Allgemeinen er für sich entwickelt hat und wie sein Umgang mit den Unterschiedlichkeiten der Menschen im Besonderen ist. 

Nachfolgend also noch einige Definitionsansätze, die eine unterschiedliche Betrachtungsweise in den Vordergrund stellen. 


Definition: Personal als Individuum

Folglich ist Personal die Summe der Persönlichkeiten und das Individuum steht mit seinem Verhalten im Vordergrund.3


Die Herausforderung des Personalers liegt nunmehr darin, die Eigenheiten und Qualifikationen der unterschiedlichen Persönlichkeiten zu erkennen, mit ihnen umzugehen und die Mitarbeiter basierend auf diesen, optimal im Unternehmen einzusetzen. 

Als Kollektiv betrachtet bedeutet das, dass die Summe aller Individuen gemeinschaftlich die Unternehmenskultur, also auch die Wertvorstellungen innerhalb einer Organisation, ausmachen und prägen. Damit wird folglich deutlich, dass Personal unterschiedliche Rollen im Organisationsgefüge einnimmt. So lassen sich neben Mitarbeitern und Führungskräfte, auch Projektverantwortliche oder wie im agilen Arbeiten genannt, Scrum Master, unterscheiden. 

Natürlich kann auch eine betriebswirtschaftliche Betrachtung erfolgen. Dann ist Personal eine Ressource und neben Kapital ein wesentlicher Produktionsfaktor. 

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Wird unter Personal die Summe aus Vermögenswerten verstanden, dann liegt der Fokus der Betrachtung darauf, welche Personen in einer Organisation beschäftigt sind und z.B. über Personalentwicklungsmaßnahmen für die Organisation noch wertvoller gemacht werden können. In diesem Kontext wird auch der Begriff „Humanvermögen“ verwendet. 

Verwaltungstechnisch gesehen ist Personal zunächst einmal eine große Datenmenge, die administrativ zu verwalten ist. Damit wird jedes Individuum auf einen Datensatz reduziert. 

Wird Personal als Wertschöpfungspotenzial erkannt, dann steht das Leistungsvermögen im Vordergrund. Hier findet der Begriff „Humankapital“ Anwendung, denn Motivation und Leistungsbereitschaft tragen nicht unerheblich zum Unternehmenserfolg bei. 

Im Ergebnis der Betrachtung der unterschiedlichen Sichtweisen ist festzuhalten, dass der Begriff Personal natürlich alle oben genannten Betrachtungsformen und Dimensionen inkludiert. 


Hinweis

Im weiteren Verlauf dieses Kurses nutzen wir vermehrt die Formulierung Mitarbeiter oder Arbeitnehmer.


Wer sind sie nun eigentlich, die Gestalter des Personalmanagements? All jene Akteure, die die Geschicke des Unternehmens in Bezug auf Personal lenken? 


Wichtig

Die Gestalter des Personalmanagements sind zunächst einmal vor allem das Top Management, die Führungskräfte, die Mitarbeitervertretung und der Personalbereich im direkten Zusammenspiel.


Ihre Aufgabe u.a. liegt darin, sich mit den Belangen des Personals zu beschäftigen und für das Unternehmen adäquate Arbeits- und Rahmenbedingungen zu schaffen. Einen besonders großen Raum nehmen dabei die lebenszyklusorientierten Handlungsfelder ein, mit denen wir uns gemeinsam mit Ihnen in den folgenden Kapiteln dieses Kurses beschäftigen werden. Damit ist gemeint, dass die gesamte Prozesskette von der Bedarfsbestimmung einer erforderlichen Mitarbeiterkapazität über die Einstellung, Begleitung, Betreuung bis zum Ausscheiden eines Mitarbeiters das Herzstück der Personalarbeit darstellt. 

Das Personalmanagement stellt demnach sicher, dass zu jeder Zeit das jeweils benötigte Personal sowohl in der erforderlichen Menge als auch Güte dem Unternehmen zur Verfügung steht. Diese Aussage bezieht sich nicht nur auf die Gewinnung neuer Mitarbeiter. Sie bedeutet auch, dass es dem Personalmanagement obliegt, die bereits im Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter im Unternehmen zu halten und einer Fluktuation entgegenzuwirken. Dies wird möglich durch die Manifestierung einer positiven Arbeitgebermarke, dem Employer Branding, dem Aufzeigen von Entwicklungsmöglichkeiten im Unternehmen über Personalentwicklungsperspektiven oder Talent Management, attraktiven Arbeitsplätzen und einer entsprechenden Arbeitsplatzgestaltung und nicht zuletzt einer mitarbeiterorientierten Unternehmenskultur, die auch den Aspekt der Mitarbeiterführung und der Mitarbeiterdiversifikation berücksichtigt. Auch die Gesunderhaltung der bereits im Unternehmen beschäftigten Mitarbeiter erfährt eine zunehmend stärkere Fokussierung. 


Zuletzt geändert: Dienstag, 13. September 2022, 14:29