Typisch Mensch? Was hinter Stereotypen steckt!
Stereotype sind vorgefertigte Vorstellungen oder Meinungen über bestimmte Gruppen von Menschen. Sie entstehen, wenn man glaubt, dass alle Mitglieder einer Gruppe ähnliche Eigenschaften oder Verhaltensweisen haben – zum Beispiel, dass „alle Männer technisch begabt“ oder „alle Frauen emotional“ seien.
Diese Vorstellungen werden von vielen Menschen einer Gesellschaft geteilt und weitergegeben. Sie können sich auf ganz unterschiedliche Merkmale beziehen: Geschlecht, Alter, Herkunft, Aussehen, Kleidung und vieles mehr. Wichtig ist: Stereotype müssen nicht immer negativ sein – es gibt auch scheinbar positive Stereotype, wie z. B. „Asiaten sind gut in Mathe“. Trotzdem können auch diese problematisch sein, weil sie Menschen auf bestimmte Rollen festlegen.
Stereotype sind kulturell geprägt und ändern sich im Laufe der Zeit, sie führen nicht automatisch zu Diskriminierung, aber sie können unser Denken und Handeln beeinflussen – oft ohne dass wir es merken.
Klischees programmieren keine Software
In der Informatik liegt der Frauenanteil in vielen Ländern unter 25 %. Warum? Nicht, weil Frauen nicht coden könnten – sondern weil ihnen zu selten gezeigt wird, dass sie es können. Werbung, Schulbücher und Medien zeichnen ein einseitiges Bild: der männliche Nerd am Rechner.
Doch die digitale Zukunft braucht Vielfalt. Programmieren sollte keine Klischees bedienen – sondern Potenziale freisetzen, unabhängig vom Geschlecht.
Nicht nur was für Jungs!
Wenn ein Mädchen sagt, sie möchte Ingenieurin werden, folgt oft ein erstaunter Blick – oder schlimmer: ein Schmunzeln. Der Gedanke, dass Technik und Mathematik „Jungensache“ seien, hält sich hartnäckig. Doch Studien zeigen: Mädchen haben genauso viel Talent für MINT-Fächer. Was ihnen oft fehlt, ist nicht das Können – sondern die Ermutigung - Es ist Zeit, alte Rollenschubladen zu schließen und neue Wege zu öffnen!
Schrauben, denken, forschen – ganz normal weiblich
Technikberufe gelten oft als „unweiblich“. Als würde ein Schraubenschlüssel nicht in eine zarte Hand passen. Dabei bringen Frauen häufig neue Perspektiven mit – analytisches Denken, Teamfähigkeit, soziale Kompetenz: All das ist in Forschung und Entwicklung unverzichtbar!
Hören wir auf, Berufe nach Geschlecht zu bewerten – und fangen wir an, Menschen nach ihren Stärken zu fördern.
Unsichtbar durch Vorurteile
Viele Frauen in MINT-Berufen kämpfen mit dem sogenannten „Imposter-Syndrom“ – dem Gefühl, nicht gut genug zu sein. Nicht, weil sie es nicht sind, sondern weil sie es immer wieder hören oder zwischen den Zeilen spüren. Wenn eine Frau in einem technischen Beruf überdurchschnittlich gut ist, heißt es: „Ausnahme“. Wenn sie Fehler macht: „Typisch Frau“.
Solche Denkmuster machen Leistungen unsichtbar: Es wird Zeit, genauer hinzusehen – und umzudenken.
Sichtbar. Stark. Nobel. - Von der Ausnahme zur Inspiration
Wenn Mädchen nie sehen, dass Frauen in Laborkitteln forschen oder Maschinen bauen, glauben sie, es sei nicht ihr Weg -Sichtbarkeit schafft Möglichkeiten.
Jede Frau in einem MINT-Beruf ist nicht nur Fachkraft, sondern auch potenzielles Vorbild. Wissenschaftlerinnen wie Marie Curie, die als erste Frau einen Nobelpreis erhielt – und das gleich zweimal –, oder Emmanuelle Charpentier und Jennifer Doudna, die 2020 den Chemie-Nobelpreis für die Entwicklung der Genschere CRISPR/Cas9 gewannen, zeigen eindrucksvoll: Frauen prägen die Wissenschaft – und verändern die Welt.
Auch Hochschulen wie die THD tragen eine zentrale Verantwortung: Sie sind nicht nur Orte der Forschung, sondern auch der Orientierung und Vorbilder. Wenn Professorinnen, Dozentinnen und Forscherinnen in der Lehre sichtbar und aktiv sind, senden sie ein starkes Signal an Studentinnen – und an die Gesellschaft: „Du gehörst hierher.“
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