Abschnittsübersicht

  • #rente 
    #altersarmut
    #femalefinance
    #passiveseinkommen

    • Gender Pay Gap

      Die geschlechterbezogene Lohnlücke ist ein zentrales Thema in der Gleichstellungsdebatte. Laut dem Statistischen Bundesamt verdienten Frauen in Deutschland im Jahr 2023 durchschnittlich 18 % weniger pro Stunde als Männer. Selbst wenn man Faktoren wie Berufswahl, Arbeitszeit und Qualifikation berücksichtigt, bleibt ein bereinigter Unterschied von rund 6 % bestehen.

      Ein häufiger Grund: Frauen arbeiten öfter in sozialen, pflegerischen oder erzieherischen Berufen, die schlechter vergütet sind – trotz hoher gesellschaftlicher Relevanz. Auch in Führungspositionen sind Frauen unterrepräsentiert, was sich auf das Einkommen auswirkt.

      Alltagsbeispiel: Zwei Mitarbeitende beginnen nach dem Studium in einer Unternehmensberatung. Beide sind gleich qualifiziert. Der Mann wird in eine Projektleitung mit Führungsverantwortung eingeteilt, die Frau in eine Assistenzrolle. Schon nach einem Jahr liegt sein Gehalt deutlich höher – obwohl beide gleich leistungsfähig sind.

      Quelle:
      Statistisches Bundesamt, Gender Pay Gap 2023
      https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/01/PD24_027_621.html




      Weitere Informationen

      Gender Gap Simulator

      UN Women Deutschland

      Statistisches Bundesamt - Gender Pay Gap

      Digitaler Gleichstellungsatlas (Überblick über die regionalen Unterschiede bei der Gleichstellung von Frauen und Männern in Deutschland)

      Gender Wage Gap (in english)

      Antidiskriminierungsstelle - Homepage - 18. Lohnlücke (bereinigt & unbereinigt)




    • Gender Pension Gap

      Frauen erhalten im Ruhestand deutlich weniger Rente als Männer. Die Gender Pension Gap lag laut Statistischem Bundesamt 2023 bei rund 39,4 %, wenn man nur selbst erworbene Rentenansprüche betrachtet – ohne Witwenrente oder andere Ausgleichszahlungen. Die Ursachen dafür liegen oft viele Jahre zurück: Teilzeit, Minijobs oder Erwerbsunterbrechungen zur Kindererziehung oder Pflege von Angehörigen führen zu niedrigeren Einzahlungen in die Rentenversicherung.

      Besonders problematisch ist, dass viele Frauen sich nicht frühzeitig um private Altersvorsorge kümmern – sei es aus Zeitmangel oder weil das Einkommen dafür nicht reicht.

      Alltagsbeispiel: Eine Frau arbeitet über Jahrzehnte in Teilzeit, um sich um Kinder und später um die pflegebedürftige Mutter zu kümmern. Im Rentenalter muss sie mit Grundsicherung aufstocken, während ihr Mann aus durchgehender Vollzeitarbeit eine auskömmliche Rente bezieht.

      Quelle:
      Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung vom 9. April 2024
      https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/04/PD24_N016_12_63.html



      Weitere Informationen:


    • Finanzielle Unabhängigkeit

      – unabhängig von Partner*in, Familie oder staatlicher Hilfe. Für Frauen ist dies besonders wichtig, da sie häufiger in ökonomische Abhängigkeit geraten, etwa durch die klassische Rollenverteilung in Ehe und Familie.

      Oft übernehmen Frauen die Care-Arbeit, reduzieren dafür ihre Arbeitszeit oder verzichten ganz auf Erwerbsarbeit. Das kann sie langfristig in eine finanzielle Schieflage bringen – vor allem im Falle einer Trennung oder im Alter.

      Alltagsbeispiel: Eine Frau zieht nach der Geburt des ersten Kindes aus dem Berufsleben zurück und lebt über Jahre vom Einkommen ihres Mannes. Nach der Scheidung fehlt ihr die berufliche Qualifikation für den Wiedereinstieg – und sie hat kaum eigene Rücklagen.

      Quelle:
      Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend – Gender Equality Monitoring
      https://www.bmfsfj.de (Themenseite Gleichstellung)



      Wie funktioniert das? 

      Wie Frauen finanziell besser vorsorgen können (5min)

      Moneytalk: Finanzielle Freiheit (1h) von Madame Moneypenny

      Interview von Lisa Breloer - Wege aus der Armut: Wie Frauen finanziell unabhängig werden und bleiben (15min) 


      Weitere Informationen:


    • Teilzeitarbeit und Tätigkeitslücken

      Teilzeitarbeit wird in Deutschland überwiegend von Frauen ausgeübt. Im Jahr 2024 waren laut Statistischem Bundesamt rund 49 % der erwerbstätigen Frauen teilzeitbeschäftigt, bei Männern nur etwa 12 %. Hauptgründe sind Betreuungspflichten für Kinder oder pflegebedürftige Angehörige.

      Auch Tätigkeitslücken – etwa durch Elternzeit – unterbrechen Erwerbsbiografien. Diese Unterbrechungen führen nicht nur zu Einbußen beim Gehalt, sondern auch bei späteren Rentenansprüchen und in der beruflichen Entwicklung.

      Alltagsbeispiel: Ein Paar bekommt ein Kind. Die Frau nimmt zwei Jahre Elternzeit, steigt danach in Teilzeit wieder ein. Der Mann bleibt in Vollzeit und erhält eine Gehaltserhöhung. Fünf Jahre später ist seine Karriere fortgeschritten, während sie beruflich stagniert.

      Quelle:
      Statistisches Bundesamt, Pressemitteilung zur Teilzeitquote 2024
      https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2025/05/PD25_175_13.html


    • Karrierechancen 

      Frauen haben noch immer geringere Chancen auf beruflichen Aufstieg, obwohl sie statistisch gesehen häufiger Hochschulabschlüsse erwerben als Männer. In den Vorständen der größten deutschen Unternehmen sind laut AllBright-Stiftung 2024 nur etwa 17 % weiblich besetzt.

      Ursachen sind vielfältig: Neben fehlender Vereinbarkeit von Familie und Beruf spielen unbewusste Vorurteile, männlich dominierte Netzwerke und fehlende Vorbilder eine Rolle.

      Alltagsbeispiel: Eine Frau bewirbt sich nach ihrer Elternzeit intern auf eine Führungsposition, wird aber mit der Begründung abgelehnt, sie sei „nicht flexibel genug“ – obwohl sie über beste Qualifikationen verfügt.

      Quelle:
      AllBright-Stiftung: Frauenanteil in Vorständen 2024
      https://www.allbright-stiftung.de


    • Niedriglohnsektor

      Der Niedriglohnsektor umfasst Arbeitsverhältnisse, in denen Beschäftigte weniger als zwei Drittel des Medianlohns verdienen. Laut Statistischem Bundesamt arbeiteten im Jahr 2023 rund 19 % der erwerbstätigen Frauen in Deutschland im Niedriglohnsektor, im Vergleich zu 13 % der Männer.

      Typische Branchen sind Gastronomie, Einzelhandel, Reinigungsdienste oder Pflege – Berufe, in denen überwiegend Frauen tätig sind. Die Kombination aus Teilzeit, geringer Bezahlung und fehlender Aufstiegsperspektive erhöht das Armutsrisiko dauerhaft.

      Alltagsbeispiel: Eine Frau arbeitet als Verkäuferin mit 25 Stunden pro Woche für den Mindestlohn. Das reicht kaum, um Miete und Lebenshaltungskosten zu decken. Rücklagen für Notfälle oder Altersvorsorge sind nicht möglich.

      Quelle:
      Statistisches Bundesamt, Niedriglohnquote 2023
      https://www.destatis.de/DE/Presse/Pressemitteilungen/2024/02/PD24_050_62.html