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  • #verhütung

    • Verhütung ist Verantwortung für alle!

      Verhütung schützt vor ungewollten Schwangerschaften und verringert das Risiko, sich mit sexuell übertragbaren Krankheiten zu infizieren. Dabei gilt: Keine Methode bietet hundertprozentigen Schutz – das sollte allen bewusst sein.

      Es gibt zahlreiche Verhütungsmethoden, von denen die meisten den weiblichen Körper betreffen. Doch daraus abzuleiten, dass Verhütung allein Sache der Frau sei, ist ein Irrtum. Auch Männer tragen Verantwortung und müssen sich mit den möglichen Folgen ungeschützten Geschlechtsverkehrs auseinandersetzen.

      Eine geschlechterübergreifende Sensibilisierung für das Thema Verhütung ist daher unerlässlich – für mehr Gleichberechtigung, Aufklärung und gemeinsame Verantwortung. 




      Warum Verhütung auch Männersache ist 

      Jonas und Lisa sind seit einem halben Jahr zusammen. Beim Thema Verhütung verlässt sich Jonas darauf, dass Lisa „sowieso die Pille nimmt“. Er selbst beschäftigt sich kaum mit der Frage, welche Verantwortung er trägt – bis Lisa ihm eines Abends sagt, dass sie die Pille abgesetzt hat, weil sie sie körperlich und psychisch belastet.

      Was für Lisa Alltag ist – Zyklus im Blick behalten, an die Einnahme denken, Nebenwirkungen aushalten – ist für viele Männer immer noch unsichtbar. Dabei geht es nicht nur um körperliche Verhütung, sondern auch um emotionale und finanzielle Verantwortung.

      Verhütung darf keine Einbahnstraße sein. Männer müssen lernen, sich mit Methoden, Risiken und Nebenwirkungen auseinanderzusetzen, offen zu sprechen – und Verantwortung zu teilen. Ob Kondome, gemeinsame Entscheidungen oder medizinische Alternativen: Gleichberechtigung beginnt auch hier.

      Denn wer gemeinsam Sex hat, sollte auch gemeinsam für Sicherheit sorgen.





      Verhütung ist Teamarbeit 

      Tom und Nina führen eine gleichberechtigte Beziehung – zumindest dachten sie das. Doch als Nina vorschlägt, dass Tom sich über Kondome oder eine mögliche Vasektomie informiert, ist er überrascht: „Ist das nicht eher dein Thema?“

      Diese Reaktion ist weit verbreitet – und zeigt, wie tief verwurzelt die Vorstellung ist, dass Verhütung vor allem Frauensache sei. Dabei gibt es auch für Männer Möglichkeiten, Verantwortung zu übernehmen: vom Kondom über die Beteiligung an der Verhütungsplanung bis hin zur dauerhaften Sterilisation.

      Was dabei oft vergessen wird: Viele hormonelle Verhütungsmethoden, die Frauen nutzen, greifen massiv in den Körper ein. Nebenwirkungen wie Stimmungsschwankungen, Gewichtszunahme, Migräne, Libidoverlust oder Thromboserisiken werden häufig in Kauf genommen – aus dem Gefühl heraus, „verantwortlich“ zu sein.

      Verhütung sollte kein einseitiger Kompromiss sein, sondern ein partnerschaftlicher Aushandlungsprozess. Wer gemeinsam Entscheidungen trifft, schützt nicht nur vor ungewollten Schwangerschaften, sondern stärkt auch das Vertrauen und die Gleichberechtigung in der Beziehung.

      Gleiche Rechte – gleiche Verantwortung: Verhütung geht beide etwas an, auch die Gesundheit. 



      Verhütung im Wandel: Kondom überholt Pille als beliebtestes Mittel 

      Laut derBZgA-Studie „Verhütungsverhalten Erwachsener 2023“ hat sich das Verhütungsverhalten in Deutschland deutlich verändert. Erstmals seit 2007 ist das Kondom mit 53 % das am häufigsten genutzte Verhütungsmittel und überholt damit die Pille, deren Nutzung auf 38 % zurückgegangen ist . Diese Entwicklung spiegelt eine zunehmende Skepsis gegenüber hormonellen Verhütungsmethoden wider: 61 % der Befragten befürchten negative Auswirkungen auf Körper und Psyche durch hormonelle Verhütung. 

      Insbesondere bei jungen Erwachsenen ist der Rückgang der Pillennutzung ausgeprägt. Bei den 18- bis 29-Jährigen sank der Anteil der Pillennutzenden innerhalb von zwölf Jahren von 72 % auf 46 %. Gleichzeitig verwenden mit 18 % inzwischen deutlich mehr junge Erwachsene eine Spirale als mit 3 % im Jahr 2011.

      Die Studie zeigt, dass gesundheitliche Aspekte und die Verträglichkeit entscheidende Kriterien bei der Wahl des Verhütungsmittels sind; für 39 % der sexuell aktiven Erwachsenen ist die Zuverlässigkeit und für 30 % die einfache Anwendung wichtig, für 25 % spielt die gute Verträglichkeit eine Rolle. 

      Diese Ergebnisse unterstreichen die Notwendigkeit einer geschlechterübergreifenden Sensibilisierung für das Thema Verhütung. Verhütung sollte als gemeinsame Verantwortung verstanden werden, bei der beide Partner sich mit Methoden, Risiken und Nebenwirkungen auseinandersetzen und gemeinsam Entscheidungen treffen. 



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