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    • Sexismus - Bedeutung und Folgen

      Sexismus beschreibt die Abwertung, Benachteiligung oder Unterdrückung von Menschen aufgrund ihres Geschlechts. Auch die Annahme, dass es eine natürliche Rangordnung der Geschlechter gebe – bei der eines „besser“ oder „stärker“ sei als das andere – fällt darunter. Besonders häufig sind Mädchen und Frauen von dieser Form der Diskriminierung betroffen.

      Sexismus zeigt sich auf unterschiedliche Weise und wird individuell wahrgenommen. Er kann zu mentalen und körperlichen Belastungen führen, die Lebensqualität einschränken und langfristige Folgen für die Betroffenen haben. Doch auch gesellschaftlich hat Sexismus Konsequenzen: Er fördert die Toleranz gegenüber Gewalt und untergräbt das gemeinsame Wohl und die Chancengleichheit.

      Deshalb gilt: Nicht wegsehen – sondern bewusst hinsehen und handeln. Nur so lässt sich eine faire und respektvolle Gesellschaft für alle schaffen



      "Das ist doch nichts für Frauen!" - Wie Sexismus im Alltag wirkt 

      In einem Meeting schlägt eine junge Ingenieurin eine Lösung für ein technisches Problem vor. Ihr Vorschlag wird ignoriert – bis ein männlicher Kollege denselben Punkt äußert und dafür Lob erhält. Ein Einzelfall? Leider nicht.

      Solche Situationen passieren täglich – in Büros, Klassenzimmern, Werkstätten. Sexismus beginnt oft subtil, etwa durch abwertende Bemerkungen, das ständige Unterbrechen von Frauen oder das Infragestellen ihrer Kompetenz. Es geht nicht nur um offene Diskriminierung, sondern auch um strukturelle Ungleichheiten, die tief in gesellschaftlichen Erwartungen verankert sind.

      Die Folgen sind gravierend: Weniger Sichtbarkeit, geringeres Vertrauen in die eigene Leistung, Stress und mentale Belastung. Sexismus schränkt berufliche Chancen ein, untergräbt Selbstwertgefühl – und wirkt sich letztlich auf ganze Organisationen und die Gesellschaft aus. Wenn Talente übersehen werden, bleibt Potenzial ungenutzt.

      Sexismus ist kein Problem einzelner, sondern ein systemisches. Wer nicht betroffen ist, hat die Verantwortung hinzusehen – und aktiv zu widersprechen. Denn Gleichstellung beginnt dort, wo Ungleichheit nicht mehr übersehen wird.



      Geteilte Realität, unterschiedliche Wahrnehmung 

      Laut einer Pilotstudie zur Wahrnehmung von Sexismus im Alltag beobachten nur 5 % der Männer, aber 12 % der Frauen mehrmals pro Woche sexistische Situationen – obwohl beide meist in denselben Alltagswelten leben. Auch wöchentlich berichten 18 % der Frauen, aber nur 9 % der Männer von solchen Erfahrungen. Insgesamt nehmen 50 % der Männer überhaupt keinen Sexismus in ihrem Umfeld wahr – bei den Frauen sind es nur 33 %.

      Diese Unterschiede sind statistisch signifikant – und zeigen: Frauen und Männer erleben zwar denselben Alltag, deuten ihn aber unterschiedlich. Die Ursachen liegen u. a. in geschlechtsspezifischer Sozialisation und Alltagskultur. Es gibt keinen neutralen Standpunkt – nur unterschiedliche Sensibilitäten. Und genau hier beginnt die gesellschaftliche Herausforderung



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    • Catcalling: Wenn Worte übergriffig werden 

      Viele Frauen kennen es: Man geht die Straße entlang, denkt an nichts Besonderes – und plötzlich ruft jemand hinterher: „Hübsches Kleid!“ oder pfeift einem nach. Für Außenstehende mag das harmlos wirken, doch für die Betroffenen ist es oft unangenehm, entwürdigend und beängstigend.

      Dieses Verhalten hat einen Namen: Catcalling. Es bezeichnet anzügliche oder belästigende Kommentare im öffentlichen Raum, die fast immer auf Frauen abzielen. Obwohl es häufig als „harmloses Flirten“ verharmlost wird, ist Catcalling eine Form sexueller Belästigung, die das Sicherheitsgefühl einschränkt und Frauen das Gefühl gibt, ständig beobachtet und bewertet zu werden.

      In Ländern wie Deutschland wird daher zunehmend über gesetzliche Maßnahmen diskutiert, um Catcalling unter Strafe zu stellen. Auch Organisationen wie Plan International setzen sich mit Aufklärungskampagnen für mehr Sensibilität ein und geben Betroffenen konkrete Handlungsempfehlungen.

      Wichtig ist: Es braucht nicht nur Gesetze, sondern auch Zivilcourage. Männer können und sollten ihre Stimme erheben, wenn sie Belästigung beobachten. Menschen wie Nils Pickert, die sich öffentlich für Gleichstellung stark machen, zeigen: Es geht nicht nur um Frauenrechte – es geht um Respekt und Verantwortung in der gesamten Gesellschaft


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