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    • Mental load - die unsichtbare Last im Kopf 

      Mental Load bezeichnet die ständige geistige Belastung, die durch das Planen, Organisieren und Erinnern an alltägliche Aufgaben entsteht. Es ist die unsichtbare To-Do-Liste im Kopf, die dafür sorgt, dass immer jemand daran denkt, was noch erledigt werden muss.

      Typische Alltagsbeispiele: den Geburtstagskuchen für die Kita organisieren, den Elternabend vormerken, an den Impftermin denken, den Vorrat an Windeln im Blick behalten oder rechtzeitig neue Sportsachen kaufen. Dabei geht es nicht um die Ausführung der Aufgaben selbst – sondern um das dauerhafte Mitdenken, Erinnern und Koordinieren.

      Diese Form der mentalen Verantwortung übernehmen überwiegend Frauen – zusätzlich zur Erwerbsarbeit. Das Bundesfamilienministerium macht auf diesen Ungleichstand aufmerksam:„Kindererziehung, Pflege von Angehörigen, Hausarbeit, Ehrenamt: Frauen wenden pro Tag im Durchschnitt 44,3 Prozent mehr Zeit für unbezahlte Sorgearbeit auf als Männer. Dieser Unterschied wird als Gender Care Gap bezeichnet.“

      Achtung: Mental Load ist ein Teil dieser unbezahlten Sorgearbeit – aber nicht deckungsgleich mit ihr. Während der Gender Care Gap messbare Zeitdifferenzen bei tatsächlicher Tätigkeit beschreibt, verweist Mental Load auf die oft unsichtbare, schwer messbare geistige Belastung, die damit verbunden ist. Beide Phänomene hängen eng zusammen, lassen sich aber nicht vollständig voneinander trennen.

      Sichtbar machen, was oft verborgen bleibt – das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu echter Gleichstellung, denn faire Arbeitsteilung beginnt nicht erst bei der Ausführung, sondern schon bei der Verantwortung im Kopf! 



      Mental Load - mehr als ToDo-Listen

      Mental Load ist nicht einfach nur das Schreiben von To-do-Listen – es ist das unaufhörliche Mitdenken, Planen, Erinnern, Koordinieren. Es bedeutet, ständig im Kopf zu haben, dass die Milch bald leer ist, dass das Kind neue Turnschuhe braucht und dass die Zahnarzttermine organisiert werden müssen. Noch bevor Aufgaben sichtbar werden, hat jemand bereits darüber nachgedacht – und oft ist es die Frau.

      Während Männer im Schnitt eher einzelne Aufgaben übernehmen („Sag mir, was ich tun soll“), tragen Frauen häufiger die Gesamtverantwortung. Sie behalten nicht nur im Blick, was heute zu tun ist, sondern was nächste Woche, im nächsten Monat, bei der Einschulung oder dem nächsten Geburtstag bedacht werden muss.

      Diese unsichtbare, mentale Belastung hat Folgen: Erschöpfung, Gereiztheit, das Gefühl, für alles allein zuständig zu sein – obwohl man vielleicht längst in einer „gleichberechtigten“ Beziehung lebt. Der Schein trügt, wenn die Aufgaben fair geteilt erscheinen, die Planungslast aber auf nur einer Schulter liegt.

      Mental Load ist kein persönliches Versagen – sondern ein strukturelles Problem, das tief mit traditionellen Geschlechterrollen verbunden ist. Wer Gleichstellung ernst meint, muss nicht nur Aufgaben, sondern auch Verantwortung teilen.



      Mental Load und was Sie dagegen tun können! 

      Mental Load wird oft übersehen – dabei ist das Sichtbarmachen der erste Schritt zur Veränderung. So können Sie aktiv gegen die unsichtbare Belastung vorgehen:

      • Sprechen Sie offen darüber:
        Reden Sie mit Partner:innen, Familie oder Mitbewohner:innen über all die Aufgaben, die im Kopf mitlaufen – nicht nur über das Tun, sondern auch über das Planen, Erinnern und Organisieren.

      • Verantwortung statt nur Aufgaben teilen:
        Wer eine Aufgabe übernimmt, sollte auch für die Planung verantwortlich sein.
        Beispiel: Wer das Schulfrühstück macht, denkt auch selbst daran – ohne Erinnerung oder Liste.

      • Digitale Hilfsmittel nutzen:
        Gemeinsame Kalender oder To-do-Apps können helfen, Aufgaben sichtbarer und gerechter zu verteilen.

      • Über Belastung sprechen, nicht nur über Termine:
        Der Austausch über das, was „mental mitschwingt“, ist genauso wichtig wie über das, was konkret ansteht.

      • Seien Sie achtsam mit sich selbst:
        Mental Load ist kein persönliches Problem, sondern ein gesellschaftliches. Es ist in Ordnung, sich überfordert zu fühlen – und wichtig, sich Unterstützung zu holen.



      Mental Load und was die THD dagegen macht! 

      Die Technische Hochschule Deggendorf (THD) setzt sich aktiv für Chancengleichheit und die Vereinbarkeit von Studium, Beruf und Familie ein – auch mit Blick auf die unsichtbare Belastung durch Mental Load.

      Zu den bestehenden Angeboten gehören:

      • Familienservice und Elternberatung
      • Flexible Studien- und Arbeitszeitmodelle
      • Workshops und Informationsveranstaltungen zu Gendergerechtigkeit und Care-Arbeit
      • Sensibilisierungsmaßnahmen durch Gleichstellungsarbeit und Diversity-Angebote

      Mit diesen Maßnahmen möchte die THD Mental Load sichtbar machen, entlasten und einen Beitrag zu mehr Gleichstellung im Hochschulalltag leisten.

      Und Sie können mitwirken:

      • Besuchen Sie Veranstaltungen und Informationsangebote
      • Bringen Sie Ihre Perspektiven ein – im Studium, im Team, im Kollegium
      • Sprechen Sie offen über Belastungen und Verantwortlichkeiten


      Gleichstellung entsteht nicht von allein – sie braucht Engagement, Offenheit und den Mut, Dinge zu verändern. Helfen Sie mit, damit unsichtbare Arbeit sichtbar und fair verteilt wird.


      Weitere Infos zum Thema Mental Load finden Sie unter: https://www.bmfsfj.de/bmfsfj/themen/gleichstellung/gender-care-gap/indikator-fuer-die-gleichstellung/gender-care-gap-ein-indikator-fuer-die-gleichstellung-137294